Symposium
LAND. LEBEN. LIEBEN.

Lebensrealitäten und Imaginationen des Dörflichen

Onkel Manfred mäht, 2014 (c) Philipp Ebeling
Copyright Philipp Ebeling/Bildrecht 2019

Nach Jahrzehnten der Aufmerksamkeit auf die Urbanisierung unserer Welt rückt das Land wieder in den Fokus von Forschung, Kunst, Literatur, Medien, Planung und Politik. Entgegen aller medialer und politischer Polarisierungen scheinen Stadt und Land in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung keine unversöhnlichen Gegensätze mehr, sondern stellen ein enges Geflecht wechselseitiger Beziehungen dar. Die Sehnsucht nach dem „echten Leben“ - am Land wie in der Stadt - liegt zusehends in der Luft.

Attribute des Ländlichen finden sich in positiv konnotierten Bezeichnungen wie „Dorf in der Stadt“ genauso wie im Urban Gardening oder der vielfältigen Rückbesinnung aufs „Authentische“ mit Einkochen, Handarbeiten, selber Bauen. Regalmeter an Zeitschriften mit idyllischen Romantisierungen des Landlebens gesellen sich zur Neuerfindung des Genres „Dorfroman“ mit literarischen Bestsellern wie Julie Zehs „Unterleuten“ oder Dörte Hansens „Altes Land“.       

Zeitgleich sind zahlreiche Landstriche von Abwanderung geprägt. Viele Dörfer klagen über Leerstand und Überalterung, die Dorfzentren verwaisen, das soziale Gefüge befindet sich in Auflösung. Insbesondere junge Frauen verlassen das Land, um in den Städten Entfaltungsmöglichkeiten jenseits starrer, patriarchaler Rollenzuschreibungen zu finden. 

Was hat es also auf sich mit den „Imaginationen des Dörflichen“, während gleichzeitig das reale Landleben schwindet? Welche Bedeutung besitzt die Frauen- und Geschlechterfrage für die Entwicklungen am Land? Wie sehen Innovations- und Erfolgsstrategien von zukunftsfähigen Landgemeinden aus? Lässt sich die Zukunft von Stadt und Land gemeinsam denken?   

Vortrag und Diskussion mit:

Marc Weiland: Bilder/Geschichten. Literatur, Kunst und Land 
Literaturwissenschaftler an der Bauhaus-Universität und Herausgeber der Buchreihe „Rurale Topografien“. 

Mathilde Schmitt: FeministIn sagt man nicht - und auf dem Land schon gar nicht?! 
Freischaffende Agrar- und Sozialwissenschaftlerin (agrigenda, Innsbruck-Land) mit einem Schwerpunkt auf Ruraler Frauen- & Geschlechterforschung. Sie arbeitete als Gastprofessorin an zahlreichen Universitäten und bei der ÖAW (https://agrigenda.jimdo.com).

Iris Andraschek: Übergangsräume / Korridore 2018

Künstlerin (Wien/Mödring) und beschäftigt sich in ihrem Werk in wiederkehrenden Arbeiten mit dem ländlichen Raum und alternativen Lebensentwürfen am Land.   

Isabel Stumfol: Baukultur als Katalysator für zukunftsfähige Dörfer 
Raumplanerin an der TU Wien und Vorstand von „Landluft. Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen.“ 

Ton Matton: Dorf machen. Improvisationen zur sozialen Wiederbelebung 
Stadtplaner, Künstler und Professor für Raum und Design Strategien an der Kunstuniversität Linz. http://www.mattonoffice.org 

Konzept und Moderation: Elke Rauth, Redakteurin von dérive - Zeitschrift für Stadtforschung (www.derive.at) und Leiterin von urbanize! Int. Festival für urbane Erkundungen (www.urbanize.at)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dérive - Zeitschrift für Stadtforschung.

Der Eintritt ist frei