Andy Warhol. 1928-1987

Diese umfangreiche Ausstellung des berühmten amerikanischen Künstlers zeigt mehr als 100 Werke, die die Vielseitigkeit von Warhols Oeuvre präsentieren; von den Werken, die als Markenzeichen der Pop Art die populäre Massen-Konsumkultur und ihre Stars reproduzieren, bis zu jenen, welche ein Jahr vor seinem Tod entstanden.

Zum ersten Mal in Österreich wird in dieser Ausstellung eine Vielzahl von Warhols Kinderbildern zu sehen sein, die einen wenig bekannten Aspekt seines Schaffens offenbaren.

Andy Warhol wurde 1928 in Pittsburgh, Pennsylvania, in eine hart arbeitende Einwandererfamilie aus der Tschechoslowakei geboren und wurde zu Lebzeiten eine Legende und einer der berühmtesten Künstler seiner Generation.

Im Alter von sechs Jahren begann er Fotografien und Autogramme von Filmstars zu sammeln. Er war von Stars und ihrem Ruhm besessen und von der von ihnen ausgehenden Aura fasziniert. Nach dem Abschluss der Kunstakademie begann er als Werbegraphiker Kaufhausauslagen zu dekorieren, er entwarf Schallplattenhüllen und Grußkarten.

1949 kam er nach New York, um seinen amerikanischen Traum, reich und berühmt zu werden, zu verwirklichen. Sein erster Auftrag war eine Illustration für Glamour Magazine zu einem Artikel mit dem Titel „ Erfolg ist ein Job in New York“. Seine Zeichnung zeigte eine Frau, die die Leiter des Erfolges emporsteigt, mit den New Yorker Wolkenkratzern im Hintergrund. In den 50er Jahren war er sehr erfolgreich als Werbegraphiker und arbeitete für Werbeagenturen. Er zeichnete Schuhe und andere Accessoires für Damenmode, gewann viele Preise und verdiente viel Geld. Trotz all seiner Erfolge war er mit dem Erreichten nicht zufrieden. Er wollte zu „ernsthafter“ Kunst.

1960 schaffte er diesen Übergang und verwendete dazu Comic Strips und Fotos aus der Regenbogenpresse, aus Monatszeitschriften und anderen Quellen.

Warhol nahm banale Gegenstände des Alltags wie zum Beispiel Campbell´s Suppendosen, Coca Cola und Pepsi Cola Flaschen, Kellogg´s Cornflakes Kartons, Brillo Kartons und machte daraus „hohe Kunst“. Seine Arbeiten reflektierten die Werte des amerikanischen Konsumenten und seiner materialistischen Gesellschaft der 60iger Jahre, mit ihren Supermärkten, ihrer Werbung, ihrer Publicity und ihrer Verpackung. Während Marcel Duchamp 1913 vorfabrizierte Objekte als Unikate kreierte, vervielfältigte Warhol seine Bilder auf Leinwand unter Verwendung von Fotos der Siebdrucktechnik in einem fotomechanischen Prozess, der von ihm und seinen Assistenten durchgeführt wurde.

Nach dem tragischen Tod von Marilyn Monroe 1962 begann Warhol eine Serie von Bildern der berühmten und glamourösen Schauspielerin unter Verwendung eines ihrer Werbefotos.

Das Resultat war spektakulär, und Marilyn Monroes Bilder wurde zur Ikone von Warhols Werk. Portraits von Elizabeth Taylor, Elvis Presley und anderen Berühmtheiten folgten und sind heute in den wichtigsten Museen weltweit zu sehen.

Warhol hielt die amerikanische Geschichte der 60er Jahre auf der Leinwand fest. Porträits von Jacqueline Kennedy am Tag des Attentates auf ihren Mann in Texas, Rassenunsruhen, der Elektrische Stuhl, Katastrophen und Autounfälle wurden für Ihn zu Symbolen des Todes. Andere Themen waren die Dollarnote und die Mona Lisa, die Warhol auf Leinwand vervielfältigte. Warhol wurde zum Papst der Pop Art und zum Brennpunkt der Kunstwelt.

Sein Studio, unter dem Namen „The Factory“ (Die Fabrik) bekannt, wurde zum Treffpunkt der Reichen und Berühmten, aber auch der Außenseiter und der Exzentriker. Die Fabrik wurde auch zum Schauplatz eines anderen Aspektes von Warhols Werk. Er kaufte eine 16mm-Kamera und produzierte über 60 Filme, von denen einige nicht mehr auffindbar sind. Die Subjekte seiner Filme waren genauso banal wie die Objekte in seinen Bildern.

Warhol war auch Herausgeber einer Monatszeitschrift („Interview“), in der er berühmte Persönlichleiten interviewte. Warhol, der Berühmtheiten seit seiner Kindheit bewundert hatte, wurde selbst zu einer. Er wurde zu allen gesellschaftlichen Parties eingeladen und somit ein Teil von ihnen. Er war ständig in den Schlagzeilen und immer mit einer silbergrauen Perücke zu sehen.

Warhol schrieb einige Bücher über seine Philosophie und über andere Inhalte. Er setzte seine Serie der Portraits fort, darunter Portraits von Mao Tse Tung und anderen Persönlichkeiten. Diese Portraits waren überlebensgroß.

In den späten 70er Jahren wiederholte er viele seiner früheren Arbeiten, so z.B. Portraits von Marilyn Monroe und anderen, in einer Serie, die er Reversals (Umkehr) nannte. Er schloss auf diese Art den Kreis seiner Pop Art und fand eine Möglichkeit, alle seine berühmten Motive nochmals mit einer unterschiedlichen Technik, wie Fotos, einmal positiv und einmal negativ, zu zeigen. Er übernahm auch Auftragsarbeiten für große Konzerne wie Mercedes Benz, Perrier und Absolute Vodka.

Warhol war ein Superstar, komplex, schüchtern, zurückgezogen und von kontroversem Charakter. Er mag der schillerndste Künstler des Zwanzigsten Jahrhunderts gewesen sein. Fünfundzwanzig Jahre lang war er der gefeiertste Künstler der USA und wurde im Bekanntheitsgrad nur von Picasso übertroffen. Er starb am 22. Februar 1987 in New York.

Diese umfassende Ausstellung von über 100 Werken auf Leinwand beginnt mit der Prä-Pop-Phase und erstreckt sich über alle Aspekte in Warhols Werk bis zu dem letzten Motiv „Das letzte Abendmahl“ nach Leonardo da Vinci, welches 1987 erstmals in Anwesenheit von Warhol in Mailand ausgestellt wurde.

Begleitend zur Ausstellung werden schwarz-weiß Fotografien von Christopher Makos, Andy Warhols persönlichem Fotografen und engem Freund gezeigt. Christopher Makos dokumentierte verschiedenste Szenen im Leben des Künstlers, Freunde und Persönlichkeiten in seinem Studio und seine Reisen um die Welt. Diese Fotografien enthüllen einen weiteren, sehr persönlichen Aspekt von Warhols Charakter.