Mary Ann

(amor libertatis)

Mary Ann McCracken war Ende des 18. Jahrhunderts eine aktive protestantische Unterstützerin der United Irishmen, der nicht konfessionsgebundenen Bewegung für die irische Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft. Sie führte in Belfast ein Textilunternehmen, das Musselin-Stoffe bedruckte. Nach dem erfolglosen Aufstand der Bewegung 1798 versteckte sie ihren Bruder Henry Joy und andere Führer. Als sie dabei war, ihre Flucht nach Amerika zu organisieren, wurden sie von Soldaten entdeckt. Nach der Hinrichtung ihres Bruders sorgte sie, gegen den Wunsch ihrer Familie, für seine uneheliche Tochter. Mary Ann war Musikwissenschaftlerin, aber auch über die nächsten 50 Jahre in der Antisklavereibewegung aktiv. Bis in ihre hohen 80er konnte man sie an den Docks antreffen, wenn sie Flugblätter über das Übel der Sklaverei an irische EmigrantInnen in die U.S.A. verteilte, wo diese noch praktiziert wurde. Einem Freund gegenüber kommentierte sie traurig, dass Belfast, einst so bekannt für seine Freiheitsliebe, nun so in die Liebe zur schmutzigen Gewinnsucht versunken ist, dass es nur 16 oder 17 Frauen gibt, die gegen die Sklaverei auftreten, und nicht einen Mann, wenn auch einige Quäker … und niemanden, der Flugblätter an amerikanische Emigranten verteilen würde, außer einer alten Frau, die in 17 Tagen 89 wird.


Mary Ann McCracken lived in the late 18th century and was an active Protestant supporter of the United Irishmen, the non-sectarian movement for Irish independence from British colonialism, while running a textile business with printed Muslins in Belfast. After the movement’s unsuccessful uprising in 1798 she hid her brother Henry Joy and other leaders and was arranging their escape to America when they were discovered by soldiers. After her brother’s execution, Mary Ann looked after his illegitimate daughter against the wishes of her family. As well as being a musicologist she was active in the anti-slavery movement for the next 50 years. Into her late 80s she could be seen at the docks passing out leaflets to Irish emigrants to the U.S.A. about the evils of slavery, which was still practised there. She commented sadly to a friend how Belfast, once so celebrated for its love of liberty, is now so sunk in the love of filthy lucre that there are but 16 or 17 female anti-slavery advocates and not one man though several Quakers … and none to distribute papers to American emigrants but an old woman within 17 days of 89.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

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