Bühnen des Realen

Momente des Theatralen in der Street Photography

Melanie Einzig, First Avenue, New York, 2004
Maciej Dakowicz, Ohne Titel, 2007, aus der Serie: Cardiff After Dark, 2005-2011
Stephen Shore, Beverly Boulevard and La Brea Avenue, Los Angeles, California, June 21, 1975

Der Hype um „die“ Street Photography ist im Zeitalter der Digitalisierung keineswegs abgeklungen, im Gegenteil. In Ausstellungen und Buchpublikationen wird das Phänomen stets aufs Neue gefeiert, sei es als Genre, Epoche, Methodik, Stil, Motivfeld oder gar als Philosophie. „Street photography is perhaps the best-loved and most widely known of all photographic genres“, schreibt der britische Literaturwissenschaftler Clive Scott.

Der Vortrag von Prof. Dr. Christoph Schaden, TH Nürnberg, untersucht die aktuellen Tendenzen der Street Photography aus dem spezifischen Blickwinkel des Theatralen. Dabei lautet die These, dass das facettenreiche Spektrum der Gegenwartsfotografie von dem kollektiven Impuls geleitet wird, das Drama der Straße im Bild als eine Bühne des Realen inszenieren. Welche Grundprämissen liegen einer solchen Wahrnehmungsverschiebung zugrunde? Wie ist es um das Kontingenzversprechen des „Street Life“ bestellt? Und was bedeutet die theatrale Perspektive der Street Photography für unser Weltverständnis?

Der Vortrag diskutiert diese Fragen anhand einzelner Positionen der Ausstellung Street. Life. Photography.