Schwimmverein Donaukanal

Ein Projekt im Rahmen der Social Design Abteilung der Angewandten zu Gast im KUNST HAUS WIEN

Schwimmwettbewerb „Quer durch Wien“ im Donaukanal zwischen 1912 und 1938
Strombad im Donaukanal Oberhalb der Schwedenbrücke, eröffnet am 8. Juli 1904. Die Strombäder im Donaukanal waren einfache Schiffsbäder mit hölzernem Kabinenaufbau und zwei Durchstrombecken für Damen und Herren, nach unten durch Körbe Bohlenböden abgeschlossen.
Photo F. Sauter
v.l.n.r. Amelie Schlemmer, Amanda Sperger, Ana Mumladze vom Schwimmverein Donaukanal
Karte des Donaukanals mit Schwimmstell und –verbotszonen
Übersichtstafel der Fluss- und Schwimmregeln im Donaukanal

Vier Studierende des Social Design Studio der Universität für angewandte Kunst Wien verfolgen mit ihrer Gründung des Schwimmvereins Donaukanal das Ziel, die traditionsreiche Schwimmkultur im Donaukanal wieder aufleben zu lassen. Vor 100 Jahren noch ein beliebter Badeort in Wien, ist der Donaukanal heute als Schwimmgewässer in Vergessenheit geraten, obwohl dort offiziell das Schwimmen erlaubt ist. Die Initiative des Schwimmvereins, als partizipatives Projekt an das KUNST HAUS WIEN andockend, will den 850.000 m2 großen „flüssigen öffentlichen Raum“ Donaukanal wieder in das Bewusstsein der Wienerinnen und Wiener rücken und die Nutzung als Naherholungsraum erweitern.

KUNST HAUS WIEN als Ausgangspunkt für Schwimmerinnen und Schwimmer

Schon der Künstler und Gründer des KUNST HAUS WIEN Friedensreich Hundertwasser bezeichnete den Donaukanal als sein „erstes Meer“ und durchquerte ihn regelmäßig als Schwimmer. Das Museum bildet die Ausgangsstation mit Schließfächern und Umkleidekabinen für individuelle Schwimmgänge. Bitte beachten Sie, dass das Schwimmen im Donaukanal auf eigenes Risiko und auf eigene Verantwortung erfolgt. Darüber hinaus können Handtücher und Badeschlapfen im Museum ausgeliehen werden. Vom Garten des am Donaukanal gelegenen KUNST HAUS WIEN im dritten Wiener Gemeindebezirk können die einzelnen Schwimmerinnen und Schwimmer zu naheliegenden Einstiegsstellen spazieren und sich im Donaukanal mit der Strömung ca. 450 Meter südlich treiben lassen. Der Schwimmverein informiert auch über geeignete Ein- und Ausstiegsflächen und die Empfehlungen für Flußschwimmerinnen und -schwimmer, die es zu beachten gilt.

Schwimmgespräche mit Expertinnen und Experten

Die Recherche zum Thema „Urbanes Schwimmen“ führte den Schwimmverein nicht nur zu eigenen Schwimmerfahrungen und zum historischen Hintergrund, sondern ergab vor allem einen Austausch mit anderen, die sich des Themas annahmen oder eigene Erfahrungen beitragen konnten.

Programm des Schwimmvereins Donaukanals

Historische Schwimmtradition

Vor 100 Jahren noch ein üblicher Badeort, ist der Donaukanal inzwischen zu einer aquatischen No-Go-Zone geraten. Bereits 1827 wurde das erste Strombad im Donaukanal eröffnet, eine Schiffbadeanstalt, in der man sich in einer von einem Boot getragenen Käfigkonstruktion im Kanalwasser zunächst waschen und später auch erste Schwimmversuche machen konnte. Im frühen 20. Jahrhundert erlangte der Schwimmwettbewerb “Quer durch Wien” enorme Beliebtheit. Einige der wiederholten Schwimmchampions gehörten dem Schwimmclub SC HAKOAH an. Antisemitische Polemik sowie die beiden Weltkriege brachten jedoch schließlich die regelmäßig stattfindenden Sportveranstaltungen zum Erliegen. Noch in den 1930er-Jahren hatte die Zeitung Der Abend die Ufer des Donaukanals ironisch als “Riviera der Arbeitslosen” beschrieben und widmete dem Kanal im Sommer 1933 eine umfangreiche Reportage.

Der Schwimmverein Donaukanal

Gegründet wurde der Schwimmverein Donaukanal von Amanda Sperger, Amelie Schlemmer, Ana Mumladze und Fabian Ritzi im Social Design Studio der Universität für angewandte Kunst Wien mit dem Ziel der Erforschung der Beschwimmbarkeit des Donaukanals sowie der Reaktivierung des Bewusstseins und der Freude am Städteschwimmen. Seit Februar 2020 recherchierten die Gründungsmitgliedern mit Expertinnen- und Expertengespräche die erforderlichen Schwimmkonditionen von der Wasserqualität bis hin zur politischen Dimension in Zeiten von urbaner Überhitzung und Klimakrise. Mit der sozialen Struktur durch den Verein haben Schwimmerinnen und Schwimmer die Möglichkeit, ihre Erfahrungen im Donaukanal miteinander zu teilen und durch die individuellen Schwimmspaziergänge Wien zu erkunden. Darüber hinaus geht es dem Verein darum Vorhandenes mit neuem Blick zu betrachten und so ein nachhaltiges Angebot für Abkühlung im Angesicht der sich immer stärker erhitzenden Stadt zu schaffen.

Flyer Schwimmverein Donaukanal

Fluss- und Schwimmregeln

Schwimmverein Donaukanal_InfotafelSchwimmverein Donaukanal_Karte Schwimmzonen

Der Schwimmgang im Donaukanal erfolgt auf eigenes Risiko und auf eigene Verantwortung: Der Schwimmverein Donaukanal, die Universität für angewandte Kunst Wien und das KUNST HAUS WIEN stellen keinen speziellen Wasserrettungs- und Badeaufsichtsdienst. Es wird an die Eigenverantwortung, Vorsicht und Rücksichtnahme, die Einhaltung der allgemein üblichen Baderegeln sowie die verantwortungsvolle gegenseitige Hilfeleistung appelliert. Der Schwimmverein Donaukanal, die Universität für angewandte Kunst Wien und das KUNST HAUS WIEN übernimmt ausdrücklich keine Haftung!

Allgemeine Schwimm- und Flussregeln

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