Achtsamkeit – Fürsorge – Werte
Das KunstHausWien. Ein Museum trägt Verantwortung
Das Museum als Werteproduzent: Im Sinne dieser gesellschaftspolitischen Verantwortung legen wir als öffentliche Institution im KunstHausWien neben unserer inhaltlichen Ausrichtung auf Kunst und Ökologie auch im operativen Betrieb auf nachhaltiges Handeln wert. Wir führen sichtbare und unsichtbare Prozesse im Museumsbetrieb nach höchstmöglichen ökologischen Standards durch. Seit unserer Auszeichnung im Jahr 2018 als erstes Museum mit dem Österreichischen Umweltzeichen wollen wir im Rahmen von Veranstaltungen und Aktionen, sowie im gelebten Alltag impulsgebend für Kulturbereich und Gesellschaft wirken. Wir arbeiten stets an der Weiterentwicklung unserer Ziele und der Reflexion unserer Wege.
Inhaltliche Auseinandersetzung: Reflektion – Inspiration - Vision
Die Auseinandersetzung mit ökologischen Fragestellungen als gesellschaftspolitischer Auftrag: Wir im KunstHausWien arbeiten mit Mitteln der Kunst an der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft für alle.
Programm des Museums
Das KunstHausWien verhandelt innerhalb des Kunstdiskurses Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Im Zentrum des Ausstellungsgeschehens steht zeitgenössische multimediale Kunst in Auseinandersetzung mit Themen der Ökologie und der Nachhaltigkeit. Wir verbinden diese mit einem interdisziplinären und weiterführenden Diskursprogramm.
Kommunikation nach innen und außen
Nachhaltigkeit findet im KunstHausWien Eingang in das Leitbild des Museums selbst und in dessen Qualitätsmanagement.
Im KunstHausWien sind Mitarbeiter*innen bewusst und aktiv in den Prozess der Nachhaltigkeit einbezogen. Dies gilt vor allem in Bezug auf Materialeffizienz, auf Monitoring und Umsetzung des Abfallwirtschaftskonzepts, der Energieeffizienz und des Papierverbrauchs. Im Rahmen eines Green Teams werden regelmäßig Prozessdokumentationen erstellt und Ziele definiert.
Das Museum nimmt als Teil der Kulturlandschaft Wiens auch nach außen eine Multiplikator*innenrolle ein. In diesem Bewusstsein werden Kommunikationskanäle geschaffen und institutionalisiert, die das Engagement des Museums und die Ziele einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung in die Gesellschaft tragen und eine Netzwerkstruktur verstärken.
Kunst und Wissenschaft
Wichtiger Aspekt der Arbeit des Museums ist die Auseinandersetzung mit Ansätzen anderer Disziplinen, sowie die stete Reflexion der eigenen Arbeit. Das KunstHausWien sucht daher bewusst die Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Bereich, sei es im Rahmen der neu geschaffenen Klima Biennale Wien – dessen Veranstalter das Museum ist – oder im Rahmen einer Lehrveranstaltung mit der Universität für angewandte Kunst Wien.
Gebäude & Ausstattung: Leben mit Bäumen und Wasser
1991 gestaltete Friedensreich Hundertwasser das KunstHausWien als sein Ideal eines Museums. Kunst und Natur in perfektem Einklang: Diesen philosophischen und architektonischen Grundsatz Hundertwassers greifen wir auf und führen ihn im Sinne neuster Erkenntnisse nachhaltigen Bauens und Lebens weiter. Energieversorgung und Erneuerung der Gebäudetechnik werden nach modernsten Nachhaltigkeitskriterien durchgeführt.
Hydrothermie
Mit dem Umstieg auf Hydrothermie (Nutzung des Grundwassers) im Jahr 2024 als Quelle zur Energiegewinnung gelang dem KunstHausWien ein vollständiger Ausstieg aus CO2-produzierenden Energiequellen. Dadurch konnte im Vergleich zur ursprünglich klimatisierten Fläche eine Reduktion des Energieverbrauchs um 75% erreicht werden.
Zisterne
Eine unterirdische Grundwasser-Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 8.000 Liter dient zur umweltfreundlichen Bewässerung der rund 260 Pflanzenarten in dem von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Areal.
Ausstattung
Das Museum ist seit 2024 mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet. Im Zuge des Umbaus wurde auch das Bepflanzungskonzept des Museums rundum erneuert und wird seitdem regelmäßig gepflegt und verbessert. Dies dient als natürliche Kühlung und trägt zur besseren Luftqualität im Haus bei.
Barrierefreier Besuch
Die einzigartige Architektur weist teilweise unebene Böden auf. Im KunstHausWien setzen wir uns dennoch dafür ein, dass alle Besucher*innen unser Museum problemlos erkunden können. Der barrierefreie Zugang über den Seiteneingang mit automatischer Schiebetür erleichtert den Eintritt. Im Inneren hilft ein taktiler Etagenplan im Foyer bei der Orientierung im Erdgeschoss. Alle öffentlichen Bereiche einschließlich Café und Shop sind barrierefrei zugänglich. Mit dem Aufzug sind alle Ausstellungsebenen bequem erreichbar.
Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen: Reduce – Reuse – Recycle
Im Umgang mit Ressourcen wenden wir in allen Bereichen folgende Priorisierung der Maßnahmen an: 1. generell vermeiden, 2. bestehende Ressourcen reparieren, 3. anfallende Ressourcen recyclen. Beim Kauf neuer Produkte wird auf lange Lebensdauer, wiederverwertete Rohstoffe und Umweltverträglichkeit geachtet.
Nachhaltiger Einkauf
Anschaffungen für den Büroalltag, für das Museum und für den Museums-Shop folgen dem Denken entlang der Wertschöpfungskette. Das impliziert die Überprüfung der Zuliefer*innenfirmen hinsichtlich der Anschaffung ihrer Materialien und Vorprodukte, die Retournierung von Ausschussmengen und überschüssigen Produkten sowie die Anschaffung umweltfreundlicher Büromaterialien.
Papierverbrauch
Wesentliche Voraussetzung für eine Reduktion des Papierverbrauchs ist sparsames Drucken. Das Hinterfragen der Notwendigkeit von Ausdrucken hilft, Papier zu sparen. Fehlausdrucke werden als Schmierpapier gesammelt. Mehrere Seiten werden auf einem Blatt und/oder doppelseitig gedruckt. Die Druckfunktion „Markierung drucken“ verhindert, dass seitenweise Papier verbraucht wird. Auch die Druckvorschau trägt zur Reduktion der Papierflut bei.
Verwendung von Recyclingpapier
Druckerpapier, Flipchartpapier und Post-it’s sowie sonstiges Büropapier bestehen ausschließlich aus Recyclingmaterial.
Geräte (Kopiergeräte etc)
Abgesehen von den Laptops und PCs der Mitarbeiter*innen befinden sich an den jeweiligen Arbeitsplätzen keine Einzelgeräte. Wenn Geräte defekt sind, werden sie repariert. Grundsätzlich gilt: Reparatur vor Neuanschaffung. Für den Büroalltag stehen dem Team drei zentrale Drucker und Kopierer zur Verfügung.
Wir schalten Geräte am Ende des Arbeitstages vollständig aus und diese erst vor dem ersten Kopiervorgang des Arbeitstages wieder ein. Wir halten uns an das Prinzip, nach dem Kopieren die Stromspartaste zu drücken – dies bringt bis zu 15% Stromersparnis.
Reinigungsmittel
Das KunstHausWien verpflichtet sich zur Nutzung von rein biologisch abbaubaren Reinigungsmitteln. Bei der Reinigung und in den Sanitäranlagen wird auf wassersparende Techniken geachtet.
Abfallwirtschaftskonzept – Must haves und darüber hinaus
Die KunstHausWien handelt im Rahmen eines Abfallwirtschaftskonzepts als internes Kontroll- und Planungsinstrument, dessen Fokus es ist, neben der Dokumentation der betrieblichen Abfallwirtschaft auch ein Bewusstsein bei den Erzeuger*innen von Müll zu schaffen und diese in die Verantwortung zu nehmen, abfallschonend zu agieren.
…im Büro
Das Büro verfügt über eine zentrale Altpapiersammelstelle. Pro Büroraum ist ein 1 Restmüllkübel platziert. Eine zentrale Abfallsortierstation im jeweiligen Gemeinschaftsbüro ermöglicht die Trennung von Restmüll, Biomüll, Altpapier, Plastik und Altmetall. Darüber hinaus wird eine Batteriensammelbox zur Verfügung gestellt.
Der Biomüll wird bei Bedarf von einem/einer Mitarbeiter*in im Hausbiomüllcontainer entsorgt. 1x wöchentlich beseitigt die Reinigungskraft sämtlichen Müll in den dafür vorgesehenen Müllcontainern im Haus oder auf der Straße.
…im Museum
Abfall, der im Museumsbetrieb entsteht, entsorgen wir nach den Prinzipien des Abfallwirtschaftskonzepts in einer Restmülltonne, 2 Altpapiercontainern, einer Biotonne, einer Glassammelstelle sowie einer Altfett-Tonne für die Gastronomie im Haus. Restmüll wird drei Mal wöchentlich abgeholt, die Biotonne 2 mal wöchentlich geleert und Altpapier einmal pro Woche. Glas und Altfett werden bei Bedarf geleert, etwa alle zwei Wochen.
Das KunstHausWien richtet sich in seine Abfallwirtschaftskonzept nach den Richtlinien des Mist-ABC.
Ausstellungen nachhaltig gestalten - Was wir zeigen ist was wir sind.
Ausstellungen im KunstHausWien denken wir als klimaschonende Prozesse, von der Kuratierung über die organisatorisch-logistische Planung bis hin zur Produktion und Gestaltung.
Bei der Auswahl der Kunstwerke ist es uns wichtig, lange Transportwege zu vermeiden. Transporte werden vorwiegend als kombinierte Beiladungen durchgeführt. Wo möglich, greifen wir auf Postsendungen bzw. auf innerstädtische Transporte mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Alle an der Ausstellung beteiligten Personen werden dazu angehalten, ausschließlich wiederverwendbares Verpackungsmaterial zu benutzen. In der Ausstellungsgestaltung verzichten wir tunlichst auf große architektonische Einbauten. Der Materialverbrauch wird möglichst geringgehalten. Neu angefertigte Ausstellungsmöbel werden für zukünftige Produktionen wiederverwendet bzw. aus recyceltem Material gefertigt. Bei der Ausstellungsbeschriftung greifen wir auf einen Folienschnitt zurück, dessen Material frei von PVC, Weichmachern, Chlor, und Lösungsmitteln ist; zum Einsatz kommt außerdem ein CO₂-neutral produzierter Karton aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Begleitende Ausstellungspublikation werden nach den höchsten Anforderungen an umweltfreundlichen Druck und unter rigoroser Anwendung kreislauf-wirtschaftlicher Prinzipien produziert.
Mobilität: CO2-sparend ins KunstHausWien
Ein Museumsbesuch ist dann rundum nachhaltig, wenn auch der Weg zur Kunst ressourcensparend beschritten wird. Das KunstHausWien bietet daher Besucher*innen und Mitarbeiter*innen Informationen und Anreize zur CO2-sparenden Anreise.
Besucher*innen des Museums werden auf der Website des KunstHausWien auf Möglichkeiten der Anreise mittels öffentlicher Verkehrsmittel oder Fahrrad hingewiesen. Mit der Vienna City Card wird vorrangig Tourist*innen die Möglichkeit einer Ermäßigung im Museum bei Kauf einer Wochenkarte geboten.
Mobilität Mitarbeiter*innen
Mitarbeiter*innen stehen vor dem Büro und vor dem Museum Fahrradständer zur Verfügung. Es wird empfohlen, den Arbeitsweg bevorzugt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad zurückzulegen. Die Mobilität des Teams wird regelmäßig von der Wien Holding erhoben und Auswertungen werden zur Verfügung gestellt.
Dienstreisen werden 1. nur angetreten, wenn unbedingt notwendig, und 2. dann nach höchstmöglichen ökologischen Standards durchgeführt. Auf Flugreisen wird prinzipiell verzichtet, wenn es andere Möglichkeiten der Reise gibt. Dienstreisen mit dem Auto finden nur bei Gruppenreisen statt.
Events
Veranstaltungen im KunstHausWien wie Ausstellungseröffnungen, Lesungen, Talks oder Workshops werden nach strengen Kriterien der Nachhaltigkeit organisiert. Seit Februar 2025 wird angestrebt, die Veranstaltung nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Events auszurichten. Das Museum nimmt auch über diesen Weg seine Vorbildwirkung nach außen wahr.
Green Events Zertifizierung
Das KunstHausWien plant Veranstaltungen in den Räumlichkeiten nach den Kriterien des Green Events. Seit dem Jahr 2025 verfügt das Museum darüber hinaus über die Zertifizierung als Lizenzgeber für die Events anderer Institutionen und Unternehmen.
Folgende Kriterien werden bereits umgesetzt:
▪ regionale, saisonale und biozertifizierte Lebensmittel für die Verpflegung
▪ Abfallvermeidung durch Foodsharing und/oder eine innerbetriebliche Weitergabe
▪ Bezug von nachhaltigen und ökologischen Reinigungs- und Hygieneprodukten
▪ Ressourcenschonender Umgang mit Energie, Wasser und Reinigungsmitteln
▪ Förderung von Partizipation und Feedbackmöglichkeiten für Besucher*innen & Mitarbeiter*innen
▪ Umsetzung eines Abfallwirtschaftskonzepts
▪ Bei der Auswahl unserer Partner*innen achten wir auf Regionalität, kurze Transportwege und Bio-Qualität (z.B. Ströck, Greek Oil Company, Mehofer)
▪ Unterbringung unserer Gäste in Hotels, welche ebenfalls das Umweltzeichen tragen
▪ Barrierefreier Zugang in allen Veranstaltungsräumen
▪ Das Café Friedlich, unser langfristiger Kooperationspartner, strebt bis 2026 die Zertifizierung mit dem Umweltzeichen an und setzt bereits konsequent die Kriterien für Green Events um
Catering Partner*innen & Sponsor*innen
Das Museum arbeitet bei internen Events mit dem Café Friedlich im KunstHausWien zusammen, das sein Angebot an den Prinzipien der Regionalität und der Nachhaltigkeit ausrichtet. Für das Jahr 2026 strebt das Unternehmen selbst das Umweltzeichen an. Weitere Partner*innen oder Sachsponsor*innen wie Winzer*innen, Produzent*innen, Bäckereien oder Dienstleister*innen werden angehalten, die Nachhaltigkeitskriterien des Museums zu beachten.
Soziale Nachhaltigkeit - Code of Conduct
Wir verstehen Nachhaltigkeit nicht nur als ökologische Anforderung, sondern auch als soziale Voraussetzung für konstruktives, wertschätzendes und zukunftsweisendes Arbeiten. Dazu gehören faire Arbeitsbedingungen, die vom Respekt vor Diversität und Mitarbeiter*innenrechten, sowie von einem angemessenen Umgangston untereinander geprägt sind.
Ein bestehender Code of Conduct der Wien Holding hat im KunstHausWien Gültigkeit. Darüber hinaus arbeitet das Museum stetig daran, seine eigenen Kriterien des Zusammenarbeitens zu überprüfen und wird im Laufe des Jahre 2025 einen eigenen Code of Conduct für das KunstHausWien erstellen.
Reflexion und Monitoring: …Kontrolle ist besser
Als Museumsbetreiber*innen, Ausstellungsmacher*innen, Dienstleister*innen und Werteproduzent*innen ist es uns wichtig, unser eigenes Handeln stets zu hinterfragen, gewohnte Prozesse zu reflektieren und uns konsequent in Richtung Klimaneutralität zu bewegen. Wichtig ist uns bei all dem das Bewusstsein, dass unser Ziel noch längst nicht erreicht ist. Das Museum hat seit 2018 das Österreichische Umweltzeichen und unterliegt über die Wien Holding der CSRD Meldepflicht.
Österreichisches Umweltzeichen
Das KunstHausWien erhielt 2018 als erstes Museum das Österreichische Umweltzeichen und ist seitdem als „Grünes Museum“ lizensiert. Alle zwei Jahre ist hierfür ein Zwischenaudit erforderlich, nach vier Jahren erfolgt eine erneute Prüfung und nach Erfüllung aller Kriterien eine Re-Zertifizierung.
CSRD Meldepflicht im Rahmen der Wien Holding
Als Teil des Wien Holding Konzerns ist das KunstHausWien im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU berichtspflichtig. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsteams der Wien Holding werden auch eine CO2 Bilanz erstellt und ein Nachhaltigkeitsberichterstattung erfüllt. Die Ergebnisse werden im jährlichen Jahresbericht des Konzerns veröffentlicht.