Edward Burtynsky
Wasser

Edward Burtynsky, Colorado River Delta #2, Near San Felipe, Baja, Mexico, 2011
Edward Burtynsky, Salinas #3, Càdiz, Spain 2013
Edward Burtynsky, Olfusá River #1, Iceland 2012
Edward Burtynsky, Xiaolangdi Dam #1, Yellow River, Henan Province, China 2011
Edward Burtynsky, Markarfljòt River #1, Erosion Control, Iceland, 2012
Edward Burtynsky, Cerro Prieto Geothermal Power Station, Baja, Mexico 2012

Eröffnung: 22. März 2017 19:00

„Was wir der Zukunft geben, sind die Entscheidungen, die wir heute treffen.“
Edward Burtynsky

Der kanadische Fotograf Edward Burtynsky (*1955) wurde mit atemberaubenden großformatigen Fotografien, die durch Menschenhand veränderte Landschaften, Industriegelände oder Ballungszentren dokumentieren, weltberühmt. Das KUNST HAUS WIEN widmet dem Künstler, der seine Begabung seit über 30 Jahren in den „Dienst der Kultur der Nachhaltigkeit“ stellt, nun eine erste umfassende Einzelausstellung in Österreich. Sie präsentiert Burtynskys aktuellen Werkzyklus zu einem Thema von globaler Relevanz: Wasser als wertvolle Ressource, als für unseren Körper und unseren Planeten täglich notwendiges Element und als Urquell des Lebens schlechthin.

Für seine Werkserie Wasser durchquerte Burtynsky fünf Kontinente, um ökologische Extremsituationen zu erkunden und Wasservorkommen sowie die Nutzung, Verteilung und Verschwendung von Wasser festzuhalten. Er wählte Orte, an denen das ökologische Gleichgewicht durch menschliche Eingriffe zerstört wurde, und zeigt auf, welche Gefahren in der fortwährenden Ausbeutung von Wasserressourcen liegen. So handeln seine Fotos beispielsweise von Flüssen wie dem Colorado oder dem Sacramento River, deren inzwischen ausgetrocknete Mündungen fantastische Spuren in der Landschaft hinterlassen und gleich abstrakten Bildern ein Spiel von Farben und Linien produzieren. Die meist aufwändig aus der Vogelperspektive fotografierten Aufnahmen erzählen auch von den Folgen des Nickelabbaus: Das Wasser der Flüsse ist verführerisch rot gefärbt, der ölgetränkte Sand schillert bunt, verdorrte Bäume verweisen auf das angereicherte Uran. Die Fotografien sind dank ihrer visuellen Abstraktion im Zusammenspiel mit perfekten Bildkompositionen von einer eigenartigen Ästhetik geprägt, die sie in Widerspruch zu den monumental-brutalen Bildinhalten poetisch verklärt erscheinen lässt.

Edward Burtynskys „Wasserbilder“ zeigen die kritischsten Punkte unseres Ökosystems auf – und können durchaus als Ermahnung verstanden werden, jene passive Haltung aufzugeben, durch die unsere Lebensbedingungen nachhaltig bedroht sind. Sein methodischer Ansatz, die Aufnahmen immer im Kontext der Geschichte und Beschaffenheit des jeweiligen Ortes und mit vielfältigen aktuellen Bezügen zu präsentieren (ob politische Vereinbarungen, gesellschaftliche Forderungen, geografische Voraussetzungen oder wissenschaftliche Daten), trägt dazu bei, die Tragweite des Problems erfahrbar zu machen. „Durch die Kunst kann der Mensch für die Folgen seines Handelns sensibilisiert werden“, so Burtynsky, „(…) weil wir durch die Kunst unser Bewusstsein erhöhen und unsere Geschichten entwickeln.“

Die Ausstellung wird von Enrica Viganò und Bettina Leidl kuratiert und wird in Kooperation mit ADMIRA, Milano realisiert.

Ein umfassendes Diskurs- und Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellung mit Exkursen in naturwissenschaftliche und ökonomische Fragestellungen in Zusammenhang mit dem Thema Ressource Wasser. mehr Informationen


Im Rahmen der Ausstellung wird der Film Watermark von Jennifer Baichwal und Edward Burtynsky gezeigt.


Über Edward Burtynsky:

Edward Burtynsky

Water, Steidl Verlag

New Yorker, "The Long View", Dezember 2016