David Hockney

Es ist uns gelungen, innerhalb kürzester Zeit eine Installation mit 73 Werken David Hockneys aus dem Museum Boymans-van Beuningen in Rotterdam nach Wien zu holen. Sie wurde eigens für das KunstHausWien von David Hockney neu eingerichtet und umgesetzt. Trotz der umfangreichen Ausstellungsvorbereitungen für unsere große Oskar Laske Retrospektive wollten wir die Gelegenheit nützen, diese Installation nicht an Wien vorbeiziehen zu lassen.

Wir freuen uns, dass wir unseren Besuchern die Möglichkeit geben können, diese Werke Hockneys nun auch im KunstHausWien zu sehen, bevor die Ausstellung im April 1996 aufgelöst und die Bilder in alle Welt verstreut sein werden. Gezeigt werden die allerneuesten Werke David Hockneys wie Stilleben, Fotos und übermalte Fotos von Gemälden sowie die Portraits von Stanley und Boogie, den beiden Hunden Hockneys.

David Hockney wurde 1937 in Bradford geboren, er lebt und arbeitet in London und Los Angeles.

David Hockney genießt schon seit den frühen sechziger Jahren internationale Anerkennung. Seine künstlerische Ausbildung beginnt er in den Jahren 1953 bis 1957 am Bradford College of Art und setzt sie von 1959 bis 1962 am Royal College of Art in London fort. Noch bevor er das Royal College verlässt, werden seine Werke bereits ausgestellt und prämiert. 1960 nimmt er an der Ausstellung der 'London Group 1960' teil und ist erstmals bei den 'Young Contemporaries' in den R.B.A. Galleries in London vertreten. Zudem zeichnet ihn das Royal College im Jahr seines Abschlusses mit dem 'Drawing Prize' aus. Hockney ist nicht nur ein genialer Maler, sondern auch ein ausgezeichneter Grafiker; später entwirft er mehrere Bühnenbilder für das Theater. Bereits 1961 arbeitet er an seinem ersten Radierzyklus 'A Rake's Progress', der 1963 veröffentlicht wird.

Nach Beendigung seines Studiums reist er nach New York, Berlin und Ägypten, um Anregungen für Illustrationen zu sammeln. Die Bekanntschaft mit Henry Geldzahler, dem Kustos des Metropolitan Museum of Art in New York, ermutigt ihn 1964 zum Umzug nach Los Angeles. Im Sommer desselben Jahres erhält Hockney einen Lehrauftrag an der Universität von Iowa. In der Alan Gallery, New York, wird im selben Jahr seine erste Einzelausstellung in den USA erfolgreich eröffnet. Es folgen bis in das Jahr 1967 weitere Lehraufträge an der University of Colorado in Boulder, in Los Angeles und in Berkeley. 1966 entstehen die ersten Bühnenbilder und Kostüme für Alfred Jarrys Stück ‚Ubu Roi', das am Royal Court Theatre in London aufgeführt wird. 1969 nimmt Hockney eine Gastprofessur an der Hamburger Kunsthochschule an. Seine internationale Anerkennung wird in den Jahren 1968 und 1977 durch die Einladungen zur Documenta IV und VI in Kassel untermauert. Seit Mitte der siebziger bis in die neunziger Jahre entstehen zahlreiche Bühnenbilder für Ballette und Opern von Mozart, Strawinsky, Wagner und Strauss.

Seit 1982 fertigt Hockney Polaroidcollagen an, die dem Kubismus nahe stehen. Ende der achtziger Jahre entstehen zudem Vierfarb-Copy-Drucke, abstrakte Computergrafiken und Faxzeichnungen. Hockney wird gerne der Pop-Art zugerechnet, lehnt jedoch selbst diese Etikettierung seiner Kunst ab. Die unwirklich helle Farbskala seiner Gemälde und die kühle, künstliche Acryloberfläche verleiht seinen Bildern etwas Surreales, das sich am besten unter dem Begriff ‚Stilisierter Realismus' zusammenfassen lässt.