Expressionisten. "Die Brücke"

Der deutsche Expressionismus gehör zu den Grundpfeilern der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts. Einen maßgeblichen Anteil an seiner Wirkung und Bedeutung hat die Künstlergemeinschaft „Brücke“. Mit ihren Zeichnungen und Aquarellen hat die „Brücke“ einzigartige Meisterwerke geschaffen, auf dem Gebiet der Druckgraphik hat sie die deutsche Kunst zu einem Höhepunkt geführt, der an die Blütezeit im frühen 16. Jahrhundert anknüpft.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 325 Werken und stellt jeden „Brücke“-Künstler mit repräsentativen Beispielen seines zeichnerischen und druckgraphischen Schaffens vor.

Für die Ausstellung wurden die Höhepunkte der umfangreichen Sammlung des „Brücke“ Museums Berlin ausgesucht, das heute, 25 Jahre nach seiner Eröffnung, die größte und repräsentativste Auswahl der Kunst der „Brücke“ in seinem Hause beherbergt.

Die „Brücke“-Künstler selbst gaben durch großzügige Schenkungen an das Land Berlin die Initialzündung zur Gründung „ihres“ Museums am 25. September 1967.

Es waren die jungen Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Fritz Bley und Karl Schmidt-Rottluff, die sich 1905 in Dresden zu der Künstlergemeinschaft „Brücke2 zusammenschlossen. 1911 siedelten sie in die Hauptstadt Berlin über. Bis zum Auseinanderbrechen der Gruppe im Jahre 1913 gehörten außerdem die Künstler Emil Nolde, Max Pechstein und Otto Mueller zur „Brücke“.

In ihren Motiven und durch ihre Techniken suchten die „Brücke“-Künstler den Ursprung, das Wesen und die Seele der Dinge zu ergründen. Mit großer emotionaler Wucht brauchten sie ihre einfachen, alltäglichen Motive nicht als äußere Erscheinungen zu Papier, sondern als Visionen ihres inneren Auges.

Neben den Landschaften, Akten, Porträts und Straßenansichten flossen auch Erlebnisse aus Zirkus und Varieté als Ausdruck eines gesteigerten Lebens in ihre Kunst mit ein. Die Intensität des neuen Lebensgefühles und die Impulsivität des Gestaltens verlangte einen innovativen Umgang mit den alterprobten Techniken. Holzschnitt, Lithographie und Radierung wurden den „Brücke“-Künstlern zum Handwerkszeug, um auf geniale Weise die ganze Mannigfaltigkeit der in ihnen wohnenden technischen und künstlerischen Möglichkeiten zu entwickeln. Es ist als ein besonderes Verdienst dieser Künstler anzusehen, die Graphik, vor allem den Holzschnitt, erneuert und zu einer selbständigen künstlerischen Kategorie erhoben zu haben.