Jean Tinguely. Retrospektive

Nach 17 Jahren zeigte das KUNST HAUS WIEN wieder eine große Werkschau mit ca. 160 Arbeiten des Schweizer Künstlers Jean Tinguely (1925 – 1991). In dieser Retrospektive waren Skulpturen, Modelle, Zeichnungen, Entwürfe, Skizzen, Plakate und Fotos aus den Beständen des Jean Tinguely-Museums in Basel zu sehen.

Mit "JEAN TINGUELY - Eine Retrospektive" ehrte das KUNST HAUS WIEN einen der wichtigsten und populärsten Vertreter einer künstlerischen Entwicklung der Moderne, die auf eine Erweiterung des traditionellen Kunstbegriffs abzielte: An die Stelle der klassischen "statischen" Gattungen Malerei und Plastik treten Experimente mit beweglichen Objekten und kunstfremden Materialien. "Ich bin nur ein Dieb, ein Parasit der Technik, ein Stibitzer,
ein Schmarotzer in dieser wunderbaren Industriewelt"

Jean Tinguely

"Schönheit" entsteht bei Tinguely aus der Kombination des Hässlichen, denn seine Arbeiten werden nicht auf Hochglanz poliert; sie funktionieren trotz ihres anachronistisch unfunktionalen Aussehens und der Schäbigkeit der Einzelteile und werden damit zur doppelten Parodie auf eine hoch technisierte Umwelt: Sie sind nicht nur nutzlose "reine Kunstprodukte", sondern karikieren gleichzeitig einen gängigen Schönheitsbegriff, der ein hochglänzendes, glattes Äußeres unabdingbar voraussetzt.

1991, im Jahr der Eröffnung des KUNST HAUS WIEN Museums, war es Hundertwassers Wunsch,
mit einer Jean Tinguely-Ausstellung die internationalen Museums-Wechselausstellungen zu beginnen. Am 30. August 1991 verstarb Jean Tinguely in Bern. "Nachtschattengewächse" im KUNST HAUS WIEN war seine letzte Ausstellung zu Lebzeiten.