Joan Miró. Skulpturen

Joan Miró, der große Katalane, wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Er wurde am 20. April 1893 in Barcelona geboren und starb am 25. Dezember 1983. Er liegt in Barcelona begraben.

Joan Miró gilt als einer der wichtigsten Vertreter der abstrakten Richtung des Surrealismus. Er wird trotz seines sehr umfangreichen und weit gespannten künstlerischen Werkes stets in erster Linie als Maler gesehen – die Ausstellung in Wien soll nun auch den Bildhauer Miró würdigen.

Sein Interesse für die Skulptur führte Miró auf eine Übung zurück, die ihn sein Lehrer Francesco Galli praktizieren ließ: mit verbundenen Augen sollte der damalige Student an der Escola d´Art von Barcelona verschiedene Gegenstände ertasten und sie anschließend zeichnen, um zu lernen, die Form zu „sehen“.

In den 30er Jahren entstehen erste freistehende Objekte aus unverändert übernommenen Gegenständen, die in surrealistischer Manier kombiniert werden. In der Folgezeit modelliert der Künstler einige Plastiken direkt aus Ton, ohne „objets trouvés“ zu integrieren, oder er kombiniert  Fundstücke mit modellierten Teilen.

In den ab 1967 entstandenen Objekten dienen gefundene Dinge als Auslöser für das Bilden von Skulpturen. Miró verschwindet aus seinem Atelier und kommt beladen wie ein Hausierer zurück mit allem, was keinen Wert mehr hat, was nicht mehr gebraucht wird, was die Natur und der Mensch weggeworfen, vergessen, liegengelassen haben.

Mirós Anliegen ist nicht ästhetischer Natur, es geht ihm nicht um die Schönheit der Formen.  Vielmehr fesselt ihn die Energie die besondere Ausstrahlung jedes einzelnen Objekts. Wenn er verschiedenartigste Einzelteile zu einer Komposition zusammenfügt, respektier er dabei die Kräfte, die in jedem Element enthalten sind. Seine bildnerische Methode mit wesensfremden Dingen zu spielen, zu jonglieren, sie auf groteske oder poetische Weise miteinander zu verbinden, ist auch ein Appell an die Vorstellungskraft des Betrachters.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 92 Skulpturen des Künstlers aus den 60er und 70er Jahren – der Schaffensperiode, in der die meisten Assemblagen und Bronzen entstanden. Weiters werden 30 unveröffentlichte Zeichnungen aus dem nachlass Mirós gezeigt. Alle Exponate wurden von der Fondation Maeght in Saint-Paul zur Verfügung gestellt und werden nun in Wien präsentiert.