Lucien Clergue. "Der Dichter mit der Kamera"

Das KUNST HAUS WIEN zeigte erstmals in Österreich eine Retrospektive mit über 200 Werken des 1934 in Arles geborenen Fotografen Lucien Clergue.

Sein Freund Pablo Picasso, der frühzeitig die Bedeutung und künstlerische Qualität der Werke von Lucien Clergue erkannte, verglich in den 1950er Jahren seine Akt-Fotografien mit den Werken der berühmten Maler Renoir, Manet und Velázquez. Jean Cocteau bezeichnete Clergue als den ˝Dichter mit einer Kamera˝.

Lucien Clergues Wurzeln liegen in seiner Geburtsstadt Arles in Südfrankreich. Seine Heimat und die mediterrane Kultur inspirierten sein künstlerisches Schaffen von Anbeginn. Er beharrte stets auf seiner künstlerischen Freiheit, schon als 20-Jähriger lehnte er verlockende Angebote und Aufträge der Medien, wie zum Beispiel von Vogue, Paris Match und anderen, ab. Er hat von Anfang an auf Popularität, Star-Status und Geld verzichtet, um seine künstlerische Unabhängigkeit und Individualität bewahren zu können.

Lucien Clergues Fotografien besitzen eine immerwährende künstlerische Gültigkeit, er ist ein Wegbereiter, ein Individualist, ein vielfältiger Künstler, der unbeirrt seinen Weg geht. Der in seinen Fotografien über Liebe, Leben, Vergänglichkeit und Tod berichtet, diese zentralen Themen in seinem fotografischen Werk kommentiert und mit seiner Sichtweise und Interpretation bereichert. Lucien Clergue schafft „Abbildungen der Wirklichkeit", die keiner vorübergehenden Mode unterliegen, und die die existenziellen Themen – die Bedingungen des Menschseins, das Verhältnis von Natur und Mensch – zum Inhalt haben.

Am 10. Oktober 2007 wurde Lucien Clergue, bereits Träger vieler Auszeichnungen, als erster Fotograf Mitglied in der französischen Académie des Beaux-Arts.