Marino Marini

Marino Marini zählt mit Gonzales, Moore, Giacometti, Calder oder Chillida zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung im KunstHausWien stellt jedoch den Maler Marino Marini in den Vordergrund. Gezeigt werden 61 Gemälde, 25 Zeichnungen und 30 Skulpturen, alle aus dem privaten Besitz von Marina Marini, der Witwe des Künstlers, und öffentlich kaum bekannt.

Marino Marini wurde am 27. Februar 1901 in Pistoia, im geschichtsträchtigen Herzen der Toskana, im alten Etrurien, geboren. Er zählt zu den „Antiklassikern“ unter den italienischen Bildhauern und ist nicht zuletzt deshalb im Ausland – vor allem in den USA und in Deutschland – schneller berühmt geworden als in seinem Heimatland.

Von Bedeutung waren für Marini als Bildhauer und Maler vier Themenkreise, wovon drei uralt sind: das Bildnis, die Pomona und der Reiter. Das vierte Thema – die Gaukler, Akrobaten und andere Vertreter des fahrenden Volkes hatte zuerst Picasso bildwürdig gemacht. Die Reiterfiguren, die „Cavalieri“, haben in den fünfziger Jahren den internationalen Ruhm Marinis begründet. Der Reiter ist für ihn eine tragische Figur, stellvertretend für das Drama der Menschheit.

Neben dem Tragischen findet man bei Marini aber auch schalkhaften Humor im hintergründigen Narrenkleid der Gaukler und Tänzer – Sinnfiguren eines noch ursprünglichen, unbehausten Menschseins.

Die Medien des Bildhauers, Malers und Zeichners Marini durchdringen, ergänzen sich und bestehen dennoch als autonome künstlerische Äußerungen nebeneinander.

Marino Marini starb am 6. August 1980.