Robert Mapplethorpe. Photographs

Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, die Retrospektive MAPPLETHORPE mit ungefähr 200 bekannten sowie unbekannten Werken während ihrer Welttournee auch im KunstHausWien zeigen zu können.

Der große Erfolg dieser Ausstellung an allen Ausstellungsstationen ist für die Robert Mapplethorpe Foundation und für Germano Celant, den Kurator und Initiator der Tournee, von ganz besonderer Bedeutung, waren doch Robert Mapplethorpe selbst die Gründung und das Wirken der Foundation ein so großes Anliegen.

Robert Mapplethorpe wurde am 4.11.1946 in Floral Park, Long Island, als Sohn bürgerlicher, katholischer Eltern – Joan und Harry Mapplethorpe – geboren.

In den Jahren 1963 bis 1979 studierte er Malerei und Bildhauerei am Pratt Institute in Brooklyn, zeigte aber für Photographie vorerst noch wenig Interesse. Während seiner Studienzeit entstanden dann seine ersten Collagen, für die er Photos aus pornographischen Magazinen verwendete. Im Jahr 1972 fing er an mit einer Polaroidkamera zu photographieren, so entstanden seine ersten eigenen Photos.

1968 hatte er Patti Smith, Dichterin und später Sängerin, kennengelernt, für drei ihrer Alben (Horses, Wave, Dream of Life) stammen die Photos von ihm. Zwischen 1972 und 1974 begann Mapplethorpe Photographien aus der Zeit der Jahrhundertwende zu sammeln und interessierte sich immer mehr auch für die Geschichte der Photographie.

Im Jahr 1973 stellte Mapplethorpe seine Polaroids das erste Mal in einer Gruppenausstellung aus, 1976 hatte er seine erste Einzelausstellung von Polaroids in der Light Gallery, New York. Um seine Technik zu verbessern, kaufte Mapplethorpe eine Hasselblad-Kamera und begann mit Negativ-Film und Licht zu arbeiten.

1977 nahm er an der Documenta VI in Kassel teil, im Jahre 1978 fand seine erste Personalausstellung in der Robert Miller Gallery in New York statt. Von 1977 an wurde er zu Einzelausstellungen eingeladen, die einen Querschnitt durch sein gesamtes Œuvre zeigen – Pflanzen, sadomasochistische Szenen, Portraits,...

1980 lernte er auf einer Party Lisa Lyon kennen, die erste weibliche Bodybuilding-Weltmeisterin, dieses Zusammentreffen führte zu dem Buch Lady.

Im Jahr 1982 begann er sich für Farbphotographie zu interessieren, er beschäftigte sich intensiv mit Blumen, nahm an der Documenta VII in Kassel teil.

Im Oktober 1983 führte eine Mapplethorpe-Ausstellung im Palazzo Fortuny in Venedig zu einer heftigen Kontroverse. Zum ersten Mal wurde eine Photoausstellung in einer öffentlichen Institution für Jugendliche unter 18 Jahren gesperrt.

Während der 80er Jahre photographierte Mapplethorpe mehrere Projekte für Artforum und Art in America, weiters kommerzielle Photos für Vanity Fair, House & Garden, Stern, Elle, Interview, Harper´s, GEO, ... Für Yves Saint Laurent produzierte Mapplethorpe die Photokampagne uomo.

Im Jahr 1988 wurde die erste Mapplethorpe Retrospektive vom Whitney Museum of American Art organisiert. Es folgte eine Retrospektive am Philadelphia Institute of Contemporary Art, die auf ihren Folgestationen zahlreiche, bis heute nicht gelöste Kontroversen hervorrief.

Robert Mapplethorpe gründete 1989, bereits wissend um seine AIDS-Erkrankung, die Robert Mapplethorpe Foundation zur regelmäßigen Förderung photographischer Projekte sowie zur Unterstützung der medizinischen AIDS-Forschung.

Robert Mapplethorpe starb am 9. März 1989.