Saul Leiter

Das KUNST HAUS WIEN trauert um Saul Leiter, der am 26. November 2013 in New York verstorben ist.  Ein Nachruf] Die Ausstellung vereint in einem großen Spannungsbogen frühe Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen, Modefotografien, übermalte Aktfotos, seine Malerei sowie eine Auswahl seiner Skizzenbücher. Ein Kapitel der Ausstellung widmet sich außerdem den neuen Fotoarbeiten von Saul Leiter, die er immer noch auf den Straßen des New Yorker East Village aufnimmt.

Saul Leiter (geboren 1923 in Pittsburgh) erfährt erst seit wenigen Jahren die verdiente Würdigung als einer der führenden Pioniere der Farbfotografie. Schon ab 1946, weit vor den Vertretern der „New Color Photography“ der 1970er-Jahre wie William Eggleston und Stephen Shore, benutzte er als einer der Ersten die damals von Künstlern verachtete Farbfotografie für seine freien künstlerischen Aufnahmen. „Die älteren fotoästhetischen Ansichten zur Hegemonie von Schwarz-Weiß und die fotohistorischen Datierungen des künstlerischen Einsatzes von Farbfotografie erst ab den 1970er-Jahren sind wohl einer kritischen Revision zu unterziehen. Mit Saul Leiters Werk ist die Fotogeschichte bereits faktisch umgeschrieben“, so Kurator Ingo Taubhorn.

In seinen Aufnahmen fließen die Genres der Street-, Porträt-, Still-Life-, Mode- und Architekturfotografie zusammen. Er findet seine Motive wie Schaufenster, Passanten, Autos, Schilder und immer wieder Regenschirme in der unmittelbaren Umgebung seiner New Yorker Wohnung, die er seit fast 60 Jahren bewohnt. Die Unschärfe im Detail, die Verwischung von Bewegung und die Minderung der Tiefenschärfe, der Ausgleich oder gewollte Entzug von notwendigem Licht und die Verfremdung durch Fensterdurchsichten und Spiegelungen − dies alles verschmilzt zur Farbsprache eines halb realen, halb abstrahierten urbanen Raums. Es sind Arbeiten eines fast noch unentdeckten modernen Meisters der Farbfotografie der 1940er- und 1950er-Jahre.


Saul Leiter hat sich immer als Maler und Fotograf verstanden. Sowohl in seiner Malerei als auch in seinen Fotografien tendiert er deutlich zu Abstraktion und Flächigkeit. Oft findet man große, tiefschwarze, von Schatten hervorgerufene Flächen, die bis zu drei Viertel seiner Fotografien einnehmen. Passanten werden nicht als Individuen in das Bild gerückt, sondern als verschwommene Farbimpulse, überlagert von Scheiben oder eingekeilt zwischen Hauswänden und Verkehrszeichen. Die Übergänge zwischen Abstraktion und Figurativem in seinen Malereien und Fotografien sind nahezu nahtlos. Saul Leiters Straßenfotografie – damit ist er beispiellos in diesem Genre – ist eigentlich Fotografie gewordene Malerei.

KuratorInnen:
Ingo Taubhorn (Haus der Photographie / Deichtorhallen Hamburg) und Brigitte Woischnik

 

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Eine Ausstellung des Haus der Photographie / Deichtorhallen Hamburg
in Zusammenarbeit mit dem KUNST HAUS WIEN.


Pressestimmen:

ORF.at: Saul Leiter - Pionier der Farbfotografie
Der Standard: Saul Leiter-Retrospektive im KUNST HAUS WIEN
Kurier: Saul Leiter: Das Bild dahinter
Wiener Zeitung: Die verborgene Schönheit
Kleine Zeitung: KUNST HAUS WIEN zeigt Saul Leiter
Salzburger Nachrichten: KUNST HAUS WIEN zeigt Saul Leiter
3sat: Chronist in Farbe
MSG Magazin: Früher Pionier der Farbfotografie

Pressestimmen zur Ausstellung in Hamburg:
Süddeutsche Zeitung: Pionier der Farbfotografie
Die Welt: Mit der Kamera gemalte Poesie
Hamburger Abendblatt: Der große Spätentdeckte