Enisa

(inclamans daemonia)

Enisa ist eine bosnische Überlebende multipler Vergewaltigungen während des Krieges gegen Bosnien in den 1990er Jahren und hat den Mut, von ihrer Erfahrung zu sprechen, da diese ansonsten aus der Geschichte gelöscht würde. Vergewaltigung war und ist eine strategische „Kriegstaktik“ und war eine der Strategien der „ethnischen Säuberung” durch die bosnischen Serben. Schätzungen, wie viele Frauen während des Krieges vergewaltigt wurden, bewegen sich zwischen 10.000 und 50.000. Es wird geschätzt, dass auf eine angezeigte Vergewaltigung 15 bis 20 nicht gemeldete Fälle kommen. Es brauchte einige Jahre, bis Enisa ihren Leidensweg beschreiben konnte: die Hinrichtung ihres Mannes, mehrfache Vergewaltigungen und die Flucht von Ort zu Ort, um sich und ihre zwei kleinen Töchter zu retten. Aus Wut und Empörung über die serbische Leugnung von Vergewaltigungslagern und die fehlende Verurteilung der meisten Täter von sexuellen Misshandlungen, sogar am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, wo relativ wenige der Angeklagten sich wegen derartiger Misshandlungen als Kriegsverbrecher zu verantworten hatten, entschied sie sich, öffentlich zu sprechen. Heute ist sie Präsidentin der Frauensektion der Vereinigung von Überlebenden von KZ-Folterung des Kantons Sarajewo und spricht vor Publikum, meist Frauen, in Europa und darüber hinaus, und wiederholt dabei ihre Forderung nach angemessener Entschädigung und einem Ende der Gleichgültigkeit der Regierung. Doch in dieser Sache, wie in vielen anderen, ist die Regierung des Landes wegen der europäischen und US-amerikanischen Akzeptanz des bosnisch-serbischen Kleinstaats handlungsunfähig.


Enisa is a Bosniak woman survivor of multiple rape during the war against Bosnia in the 1990s who has the courage to speak of her experience as it would otherwise be written out of history. Rape is and has been a strategic “tactic” of war and was part of the “ethnic cleansing” strategy of the Bosnian Serbs. Estimates of the number of women raped during the war range between 10,000 and 50,000, with the further estimate that for one reported rape, there are 15 to 20 unreported cases. It took some years for Enisa to describe her ordeal: the execution of her husband, multiple rapes and fleeing from place to place to save herself and her two young daughters. Angered and emboldened by the Serb denial of rape camps and subsequent failure to punish most perpetrators of sexual abuses, even at the International Criminal Tribunal for the Former Yugoslavia where relatively few accused men have faced war crimes charges for such abuses, she decided to speak out publicly. Today the President of the women’s section of the Association of Concentration Camp Torture Survivors of the Canton Sarajevo, she speaks to audiences, mostly of women, in Europe and abroad, repeating her call for meaningful compensation and an end to neglect by the government. But on this issue and many others, the country’s government is paralyzed by the European and U.S. acceptance of the Bosnian Serb statelet.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

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