Fikile

(pro populo mori)

Die Umweltaktivistin Fikile Ntshangase wurde Ende 2020 in Kwa-Zulu Natal, Südafrika, vor den Augen ihres elfjährigen Enkels ermordet. Sie war eine bedeutende Verteidigerin ihrer Gemeinschaft und als solche eine stimmgewaltige Gegnerin des Somkhele-Kohlebergbaus an der Grenze zu Hluhluwe-i Mfoloz, einem der ältesten Wildtierreservate von Afrika. Als führendes Mitglied der Mfolozi-Community Environmental Justice Organisation waren ihr die Gefahren ihrer Situation bewusst. Menschen wurden für den Bergbau umgesiedelt; Gräber wurden ausgehoben und die sterblichen Überreste auf hastig errichteten Friedhöfen neu bestattet, ohne ordentlich identifiziert zu werden; das Hirtenleben wurde vernichtet. Das betraf auch das Reservat, das TouristInnen anzieht und Arbeitsplätze bietet. Andere AnwohnerInnen begrüßten den Bergbau als Arbeitgeber, und seine GegnerInnen waren im vergangenen Jahr bedroht worden. Die Tendele Coal Mining Company, in deren Besitz der Bergbau ist, hat jede Beteiligung an Fikiles Ermordung bestritten. Allerdings ist sie eine von vielen UmweltschützerInnen, zum größten Teil Frauen, die in verschiedenen Teilen der Welt ermordet wurden. Die südafrikanische Regierung hat sich zu diesem Mord nicht geäußert. Und wenn nötig, werde ich für meine Leute sterben.


Fikile Ntshangase was murdered in front of her 11-year-old grandson in Kwa-Zulu Natal, South Africa, at the end of 2020. She was a strong defender of her community and as such a vocal opponent of the Somkhele coal mine on the border of one of Africa’s oldest game parks, Hluhluwe-i Mfoloz. As a leading member of the Mfolozi Community Environmental Justice Organisation, she was aware of the dangers of her situation. People were relocated for the mine; graves were dug up and the remains reburied in a hastily constructed cemeteries without being properly identified; a pastoral way of life destroyed. This also affected the game park, which attracts tourists and provides jobs. Other local people welcomed the mine as a source of work and those opposed had been threatened over the last year. The Tendele Coal Mining Company, which owns the mine, has denied any involvement in her killing. However, Fikile is one of many environment defenders, mostly women, killed in different parts of the world. The South African government has said nothing to condemn the killing. And if need be, I will die for my people.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

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