Lee

(instrumenta non sumus)

Lee So-sun (1929–2011) wurde als Mutter eine entschlossene Organisatorin von MaschinistInnen in der koreanischen Textilindustrie der 1970er und 80er Jahre. Der Tod durch Selbstverbrennung ihres Sohnes Chun Tae-il als Protest gegen die schlechten Arbeitsbedingungen löste im ganzen Land Proteste von militanten Gewerkschaftsmitgliedern aus, was dazu beitrug, dass die Unternehmen begannen, ihre Angestellten besser zu behandeln. Es waren diese extrem ausgebeuteten Frauen, die in Zeiten von Diktatur und Patriarchat das koreanische „Wirtschaftswunder” ermöglichten, als Gewalt und Erniedrigung gegenüber Frauen häufig waren, etwa Prügel, Verhaftungen, und mit Exkrementen Beschmieren. Unter diesen Umständen war Lee So-sun furchtlos und wurde für ihre Organisationstätigkeit und ihr Auftreten gegen die Diktatur mehrfach inhaftiert, blieb aber ihr ganzes Leben ungebrochen. Sie erhielt für ihre Arbeit mehrere Preise und veröffentlichte 1990 ihre Erinnerungen. Wofür ist mein Sohn gestorben? Wie ist die (koreanische) Wirtschaft so gewachsen? ArbeiterInnen haben sie mit ihrem Blut und Schweiß wachsen lassen. Doch nun werden sie nicht wie Menschen behandelt. Sie werden wie Hunde behandelt und in die Illegalität getrieben.


Lee So-sun (1929–2011) As a mother she became a determined organiser of women machinists in the Korean textile industry in the 70s and 80s whi en her son Chun Tae-il died after self-immolating in protest at its working conditions. This sparked nationwide protests by labour activists, which played a part in changing the way companies treated employees. It was these super-exploited women who made the Korean “economic miracle” during periods of dictatorship and patriarchy in which violence and the humiliating of women were common – beatings, arrests, and covering them in excrement. In these circumstances Lee So-sun was fearless and for her organising and the stands she made against the dictatorship she was jailed several times but remained undaunted all her life. She received numerous awards for her activities and published a memoir in 1990. What did my son die for? How did the (Korean) economy grow to the present level? Labourers grew it with their blood and sweat. But they are not treated as humans now. They are treated like dogs, made into irregular workers.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

KUNST HAUS WIEN verarbeitet Informationen über Ihren Besuch unter Einsatz von Cookies, um die Leistung der Website zu verbessern. Durch die weitere Nutzung unserer Seite willigen Sie in die Nutzung dieser Cookies ein. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutz- und Cookie-Richtlinie.