Lizzie, Selina, Laura, Edith, Cissy, Dora, and many

(ineunte rebellens, terrifica exivi)

Lizzie Berkley, Suffragette und „Barchentmaschinistin,“ war eine jener Frauen, die im Kampf gegen 500 Polizisten verhaftet wurden, als diese sie daran hinderten, zum Parlament vorzudringen, um das Frauenwahlrecht zu fordern. Lizzie war unter den 75 Verhafteten und ging für 14 Tage ins Gefängnis. Die Suffragettenbewegung, die für das Frauenwahlrecht in Großbritannien agitierte und kämpfte, wird meist als (groß)bürgerliche Frauenbewegung dargestellt, ihre Massenbasis waren aber in Wirklichkeit die Arbeiterinnen in den Baumwoll- und Wollzentren von Yorkshire und Lancashire. Einige, wie Selina Cooper, machten als Gewerkschafterinnen und Suffragetten die Politik zu ihrer Volkshochschule. Klassengrenzen wurden gesprengt und Verbindungen zwischen Frauen entstanden manchmal über soziale Trennungen hinweg. Edith Key, später Vorsitzende der Ortsgruppe der Women’s Social and Political Union in Huddersfield, Yorkshire, arbeitete als Knüpferin, bereitete also die Fäden für die Webstühle vor. Cissy Foley, die als Jugendliche in einer Baumwollmühle in Lancashire gearbeitet hatte, um ihre Familie zu unterstützen, wurde durch ihr Engagement in der Arbeiterbewegung zur Suffragette. Laura Wilson, eine Kammgarnweberin aus Halifax, sagte bei ihrer Entlassung zu einem Reporter, dass sie als Rebellin ins Gefängnis gegangen sei, aber herausgekommen bin ich als richtiges Schreckgespenst. Die Gefängnisse selbst waren ein weiterer Ort von Widerstand und Gewalt, dort wurden Frauen im Hungerstreik zwangsernährt. 1907, nach weiteren Zusammenstößen mit der Polizei in London, sagte der Friedensrichter zur 16jährigen Dora Thewlis, dass sie in die Schule gehöre. In Yorkshire gingen zu dieser Zeit Mädchen im Alter von 11 Jahren halbtags in die Weberei arbeiten, und sie selbst verdiente bereits ein Pfund in der Woche und betrachtete sich als Arbeiterin mit Rechten.


Lizzie Berkley, a suffragette “fustian-clothing machinist,” was arrested as one of the women fighting 500 police who were preventing them from reaching the Parliament building to demand votes for women. Lizzie was one of 75 arrested and served 14 days imprisonment. The suffragette movement, which campaigned and fought for the right of women to vote in Britain, has usually been presented as one of middle and upper class women, but as a mass movement, its real base was the mill-workers in the cotton and woollen towns of Lancashire and Yorkshire. Some, like Selina Cooper, were trade unionists and suffragettes in an atmosphere where politics was their open university. Class barriers were overcome and bonds forged between women, sometimes across the social divide. Edith Key, who became president of the Huddersfield, Yorkshire branch of the Women’s Social and Political Union, worked as a knotter who prepared thread for the looms. Cissy Foley, who had worked in a Lancashire cotton mill as a teenager to support her family, became a suffragette through being a labour militant. Laura Wilson, a worsted-coating weaver from Halifax, told a newspaper reporter on her release from prison that she had gone in a rebel but I have come out a regular terror. Prisons themselves were another site of resistance and violence where hunger striker women were force-fed. In 1907, after further clashes with the police in London, 16-year-old Dora Thewlis was told by the magistrate that she ought to be in school. In Yorkshire girls already went half-time into the weaving shed at the age of 11 in this period, and she herself was already earning a pound a week and saw herself as a worker with rights.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

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