Lucy

(officinae occupandae sunt)

Lucy Parsons (1851–1942) wurde von der Polizeibehörde von Chicago als „gefährlicher als tausend Randalierer“ beschrieben. 1851 in Texas in die Sklaverei geboren, heiratete sie Albert Parsons, einen radikalen Ex-Soldaten. In Texas als gemischtrassiges Paar zu leben, war allerdings unmöglich, daher gingen sie in den Norden nach Chicago. Alberts anarchistischer Journalismus und ihr gemeinsamer Einsatz für einen 8-Stunden-Arbeitstag endeten nach einem Gerichtsverfahren mit Alberts Hinrichtung als einer der Haymarket-Märtyrer. Er wurde mit anderen für einen Bombenanschlag verantwortlich gemacht, bei dem ein Polizist getötet worden war, obwohl es keine Beweise gab. Es war ein klassisches von Boulevardmedien und Vorurteilen bestimmtes Verfahren. Lucy tat alles, Albert zu retten. Auch nach seinem Tod blieb die Klassenpolitik ihr Schwerpunkt. 1905 war sie eine der Organisatorinnen der Wobblies, der radikalen IWW-Gewerkschaft. Später organisierte sie die Hungerdemonstrationen von 1915 in Chicago und sprach sich ihrer Zeit voraus für Fabrikbesetzungen als Streikaktion aus. Sie hielt bis ins hohe Alter eindringliche Reden gegen die kapitalistische Macht in Chicago. Noch nach ihrem Tod hielt die Polizei sie für so gefährlich, dass ihre Bibliothek und persönlichen Unterlagen beschlagnahmt wurden.


Lucy Parsons (1851–1942) was described by the Chicago Police Department as "more dangerous than a thousand rioters”. Born into slavery in Texas in 1851 she married Albert Parsons, a radical ex-soldier. Life as an interracial couple proved to be impossible in Texas, so they moved north to Chicago where his anarchist journalism and their campaigning for an 8-hour working day ended in Albert’s execution as one of the Haymarket Martyrs after a frame-up conspiracy trial in relation to police killed by a bomb thrown at a rally. No evidence linked any of the accused to the bombing. It was a classic tabloid media trial of prejudice. Lucy did everything to save him. Her focus remained on class politics and in 1905 she joined in organising the Wobblies, the radical IWW union. She went on to organize the 1915 Chicago hunger demonstrations, and ahead of her time advocated for the occupation of factories as a form of strike action. She continued to make powerful speeches against capitalist power in Chicago into her 80s. Still considered dangerous after death, her library and personal papers were seized by the police.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

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