Maria

(eae nulla femina par erit)

Maria Spiridonowa (1884–1941) Sehr jung schloss sie sich den SozialrevolutionärInnen (SR) in Russland an, einer Organisation, die den Sturz des zaristischen Regimes und eine egalitäre Gesellschaft auf der Grundlage der Bauernschaft des Landes, der großen Mehrheit, anstrebte. Die Organisation setzte auch auf Mordanschläge gegen einzelne Funktionäre des Regimes. Maria meldete sich freiwillig, einen gewissen Luschenowski zu ermorden, einen Hauptorganisator der Repression gegenüber Bauern. Nach Prügeln und sexuellen Übergriffen in der Haft wurde sie zu lebenslanger Haft in Sibirien verurteilt. Auf der Reise dorthin wurde sie von Menschenmengen bejubelt, und vor Ort knüpfte sie lebenslange Freundschaften. Als sie nach zehn Jahren zum Zeitpunkt des Sturzes des zaristischen Regimes entlassen wurde, schloss sie sich der Fraktion der SR an, die sich mit den Bolschewiki verbündetet hatte. Dieses Bündnis überlebte die Haltung der Bolschewiki gegenüber der Bauernschaft im ersten Jahr der Revolution und die Einigung mit Deutschland nicht. Als der deutsche Botschafter in Moskau ermordet wurde, begann für Spiridonowa ein Kreislauf von „psychiatrischer“ Einlieferung und anderen Arrestformen. Ohne je etwas zu gestehen, blieb sie unter den stalinistischen Gesetzen in Haft. Obwohl sie nie eine antirevolutionäre Position eingenommen hatte, wurde sie auf Befehl von Stalin mit 150 weiteren politischen Gefangenen im Massaker vom Medwedew-Wald hingerichtet. Einer der überlebenden Freunde überlieferte ihre Geschichte und bewahrte sie so davor, vergessen zu werden.


Maria Spiridonova (1884–1941) At a young age, she joined the Social Revolutionaries (SRs) in Russia, an organisation aiming to overthrow the Tsarist regime to establish an egalitarian society based on the peasantry of the country, its great majority. It also believed in the assassination of individual officials of the regime. Maria volunteered to assassinate one Luzhenovsky, a main organiser of repression against peasants. After beatings and sexual harassment, she was sentenced to a life of prison in Siberia and acclaimed by crowds on her journey there, where she formed lifelong friendships. Released after ten years at the time of the overthrow of the Tsarist regime, she supported the faction of the SRs that made an alliance with the Bolsheviks. This alliance did not survive Bolshevik attitudes to peasants in the first year of the Revolution and its accommodation with Germany. When the German ambassador was assassinated in Moscow, Maria Spiridonova was caught in a cycle of “psychiatric” and other types of imprisonment. Although she did not confess to anything, her imprisonment continued under Stalinist laws. She never took an anti-revolutionary position but was executed alongside 150 other political prisoners by order of Stalin in the Medvedev Forest massacre. She was saved from being written out of her history by one of her friends who survived the camps.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

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