Rasuna

(imperii nimis amplificatio nefas)

Rasuna Said (1910–1965) war eine „Löwin” (indonesisch: Singa Betina) der indonesischen Befreiungsbewegung gegen die holländische Kolonialmacht. Als muslimische Frau, die sich mit der matrilinealen ethnischen Gruppe der Minangkabau identifizierte, war sie die erste Frau, die 1932 wegen „Säens von Hass“ gegen die Holländer festgenommen wurde, weil sie vertrat, dass der Islam lehre, dass Imperialismus falsch sei. Sie war pädagogisch tätig und engagierte sich jahrzehntelang in der Frauen- und Mädchenbildung. 1926 schloss sie sich der Sarikat Rakyat (Volksunion) an, einer Organisation mit kommunistischen Verbindungen, obwohl die Kommunistische Partei wegen ihres Säkularismus abgelehnt wurde, und wurde später Mitglied der Organisation Permi. Mit 19 Jahren heiratete sie gegen den Wunsch ihrer Familie, die die politischen Ambitionen ihres Mannes ablehnte. Sie widersetzte sich auch der Tradition, als sie eine Führerin von Permi wurde, allerdings mit Billigung des reformistischen Islam, obwohl ihre Entschlossenheit, Politik zu lehren, zu einem Bruch mit der Schule führte, in der sie unterrichtet hatte. Die holländischen Behörden, denen die prominente Rolle von Frauen in der Unabhängigkeitsbewegung aufgefallen war, ließen sie 1932 festnehmen und vor Gericht stellen. Sie wurde zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt und wurde gemeinsam mit ihrer Tochter inhaftiert, die erst ein Baby war. Danach konzentrierte sie sich auf Bildung, sie wurde jedoch zehn Jahre später von den japanischen Besatzern erneut für kurze Zeit festgenommen. Während der letzten Anstrengung um die Unabhängigkeit und nachdem sie erreicht war, war ihre Weltsicht stärker links geprägt, und obwohl sie gläubige Muslima war, war sie nicht der Meinung, dass der Islam die Grundlage des Staates sein sollte. Sie blieb ihrem Engagement für die Rechte von Frauen auf Bildung und volle Teilhabe am politischen und gesellschaftlichen Leben treu.


Rasuna Said (1910–1965) was a “lioness” (singa betina) of the Indonesian independence movement against Dutch colonial power. A Muslim woman identified with the Minangkabau matrilineal ethnic group, she was first woman to be arrested in 1932 for “sowing hatred” against the Dutch, Islam taught that imperialism was wrong. She was also an educator devoting decades to teaching women and girls. In 1926 she joined the the Sarikat Rakyat (People’s Union), a Communist-affiliated organisation, although the Communist Party was rejected on account of its secularism, and later the Permi organisation. At 19 she married –against her family’s wishes because of her husband’s political aspirations. She also defied tradition by becoming a Permi leader, albeit with the approval of reformist Islam, but her determination to teach politics led to a rift with the school where she had taught. The Dutch authorities, noting the prominence of women in the independence movement, had her arrested and put on trial in 1932. She was sentenced to 15 months in prison where she was held with her baby daughter. Afterwards her focus was on education, but she was briefly re-arrested by the Japanese occupiers 10 years later. During the final push for independence and after it was achieved, her world-view became more socialist, and although a devout Muslim, she did not believe Islam should form the basis of the state. She maintained a commitment to the rights of women to education and full participation in political and social life.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

KUNST HAUS WIEN verarbeitet Informationen über Ihren Besuch unter Einsatz von Cookies, um die Leistung der Website zu verbessern. Durch die weitere Nutzung unserer Seite willigen Sie in die Nutzung dieser Cookies ein. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutz- und Cookie-Richtlinie.