Rosalind, Lise

(scientia vitae iuncta)

Rosalind Franklin (1920–1958) die im Alter von 37 Jahren nach einem von bahnbrechender Arbeit erfüllten Leben an Eierstockkrebs starb, war zu ihren Lebzeiten für ihre Forschungen zu Kohle, Viren und Graphit und ihre Fähigkeiten in der Kristallographie anerkannt. Ihre Rolle bei der Entdeckung der Doppelhelix-Struktur der DNA, dem bis dato größten Durchbruch der Biochemie, wurde erst nach ihrem Tod gewürdigt, als der Nobelpreis bereits an zwei männliche Forscher verliehen worden war, die unabhängig von ihr die DNA erforscht hatten. Die DNA-Arbeit mit Röntgenbeugungsdiagrammen machte sie am King’s College in London. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten ging sie an das Birkbeck College an der University of London, um die DNA von Viren zu erforschen, die als Etappe in der Entwicklung der COVID-Impfstoffe heute so wichtig ist. Diese Arbeit erfolgte 1955–1956 und führte insbesondere zu einer Arbeit über den Polio-Virus, die nach ihrem Tod entscheidend zu dessen Identifizierung und dem entsprechenden Impfstoff beitrug. Wissenschaft und Alltag können und sollten nicht getrennt werden.
Die österreichisch-schwedische Physikerin Lise Meitner, die 1917 das radioaktive Isotop Protactinium-231 entdeckte, musste zusehen, wie der deutsche Chemiker Otto Hahn 1944 für ihre gemeinsame Entdeckung der Nuklearspaltung den Nobelpreis für Chemie erhielt.


Rosalind Franklin (1920–1958) was an exceptionally serious chemist who died at the age of 37 from ovarian cancer having done a lifetime of ground-breaking work. She gained recognition in her lifetime for work on coal, viruses and graphite and developed skills as a crystallographer. Her role in the discovery of the double-helix structure of DNA, the biggest breakthrough in bio-chemistry yet, was unrecognized until after her death when the Nobel Prize had already been awarded to two male researchers who researched DNA separately. The DNA work with X-ray diffraction studies was done at King’s College, London, but disagreements led her to take up work at Birkbeck College at the University of London to do research on the DNA of viruses, so important as a stepping stone in the development of COVID vaccines today. This work was done in 1955–6 and led specifically to work on the polio virus which after her death was crucial in its identification and consequent vaccine. Science and everyday life cannot and should not be separated. Austrian-Swedish physicist Lise Meitner, who discovered the radioactive isotope protactinium-231 in 1917, had to watch from the sidelines as the German chemist Otto Hahn was awarded the Nobel Prize for Chemistry in 1944 for their joint discovery of nuclear fission.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

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