Rose

(vita nostra modica, peculium sanctum est)

Rose Schneiderman (1882–1972), die Tochter polnisch-jüdischer Einwanderer in New York, begann im Alter von 13 Jahren mit ihrer verwitweten Mutter zu arbeiten. In den Sweatshops der Textilindustrie wurden die ArbeiterInnen ständig überwacht und erhielten für Verspätungen, Sprechen, Singen oder zu langes Verweilen in der Toilette Geldstrafen oder wurden entlassen. 1904 begannen Rose und 25 weitere Frauen, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Rose arbeitete später auf nationaler Ebene für die International Ladies’ Garment Workers’ Union (ILGWU) und die National Women’s Trade Union League (WTUL) und war wesentlich am landesweiten Shirtwaist-Aufstand von 1909 beteiligt, dem größten Arbeiterinnenstreik in Amerika, der bessere Löhne und Arbeitsbedingungen erstritt. Die enorme Zahl von Toten in der Triangle Shirtwaist-Fabrik in New York brachte sie und die Gewerkschaft dazu, eine Gesetzesänderung zu fordern, was zum Industrial Code of New York State führte, der ersten Gewerbeordnung in den U.S.A., die eine 50-Stunden-Woche einführte und die Gesundheitsstandards in den Fabriken streng überwachte. Um diesen Wandel zu untermauern, schloss sich Rose dem Vorstoß für das Frauenwahlrecht an. In einer Rede nach dem Feuer in der Triangle Shirtwaist-Fabrik, bei dem 1911 146 Arbeiterinnen wegen verriegelter Türen umgekommen waren, sagte sie: Das ist nicht das erste Mal, dass Mädchen hier in der Stadt lebendig verbrannt sind. Es gibt so viele für uns für eine Stelle, dass es wenig ausmacht, wenn 146 von uns verbrennen. Das Leben von Männern und Frauen ist so billig und Eigentum ist so heilig.


Rose Schneiderman (1882–1972), a daughter of Polish Jewish immigrants to New York, started to work with her widowed mother at the age of 13. In the clothing industry sweatshops the employees were under constant supervision, and were fined or fired for being late, talking, singing, or spending too much time in the bathroom. In 1904 she and 25 other women started to unionise. Rose became an organiser at the national level for the International Ladies' Garment Workers' Union (ILGWU) and the National Women's Trade Union League (WTUL), and was instrumental in the 1909 nation-wide Shirtwaist uprising, the largest women workers’ strike in America, which won better wages and working conditions. The mass fatalities of workers at the Triangle Shirtwaist factory in New York pushed both her and the unions into demanding legislative change, which led to the Industrial Code of New York State, the first law of its kind in the country, which imposed a 50-hour workweek and strictly enforced factory health standards. To strengthen such change, Rose joined the push for votes for women. In a speech after the Triangle Shirtwaist factory fire, in which 146 female workers died in 1911 because of locked doors she said: this is not the first time girls have been burned alive in the city. There are so many of us for one job it matters little if 146 of us are burned to death. The life of men and women is so cheap and property is so sacred.


Ines Doujak. Landschaftsmalerei

28.05.-03.10.21

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