Albert Watson. Frozen

Das KUNST HAUS WIEN zeigte erstmals in Österreich eine retrospektive Ausstellung von 130 Werken Albert Watsons.

Albert Watson hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten einen Namen als einer der erfolgreichsten Mode- und Werbefotografen der Welt gemacht, gleichzeitig jedoch seine eigene Kunst entwickelt. Im Lauf der Jahre erschienen seine bemerkenswerten Bilder auf mehr als 250 Titelseiten von Vogue und wurden in zahllosen anderen Publikationen gezeigt, von Rolling Stone bis Time und Vibe – viele der Fotos sind klassische Porträts von Rockstars, Rapsängern, Schauspielern und anderen Berühmtheiten (Albert Watson war der offizielle Fotograf des Königshauses bei Prinz Andrew's Hochzeit mit Sarah Ferguson).

Albert Watson hat außerdem die Fotos für hunderte erfolgreiche Werbekampagnen von Großunternehmen wie Gap, Levi's, Revlon und Chanel geschaffen sowie mehr als 500 Fernseh-Werbespots gestaltet. Währenddessen fand er noch Zeit, um an seiner eigenen Kunst zu arbeiten, und schuf verblüffende Bilder von seinen Reisen rund um die Welt, von Marrakesch nach Las Vegas bis zu den Orkneys.

Geboren und aufgewachsen in Schottland, studierte Albert Watson Grafik-Design an der Kunstuniversität von Dundee und Film an der Royal Academy of Art in London. Obwohl er seit seiner Geburt auf einem Auge blind ist, studierte er als Teil seines Lehrgangs Fotografie. Im Jahr 1970 übersiedelte Albert Watson mit seiner Frau Elizabeth, die eine Stelle als Volksschullehrerin in Los Angeles erhalten hatte, in die USA, wo er zu fotografieren anfing, zumeist als Hobby.

Noch im selben Jahr wurde er einem künstlerischen Leiter bei Max Factor vorgestellt, der ihm seine erste Sitzung anbot, von der das Unternehmen zwei Bilder kaufte. Albert Watsons unverwechselbarer Stil erregte bald die Aufmerksamkeit von amerikanischen und europäischen Modemagazinen wie Mademoiselle, GQ und Harper's Bazaar und er begann, zwischen Los Angeles und New York zu pendeln. 1976 bekam er seinen ersten Auftrag von Vogue, und seine Übersiedlung nach New York im selben Jahr beflügelte seine Karriere.

Obwohl er durch seine Auftragswerke enormem Stress ausgesetzt ist, widmet Albert Watson viel von seiner Zeit seinen umfangreichen eigenen Projekten, hat zwei Bücher, „Cyclops" und „Maroc" veröffentlicht und arbeitet an einem dritten, „Shot in Vegas", das 2006 erscheinen soll.

Albert Watson war immer ein Workaholic. Die Archive in seinem Studio in West Village, Manhattan beinhalten Millionen von Bildern und Negativen, auf denen die Namen von weltberühmten Magazinen und Unternehmen zu lesen sind. Sein riesiges Studio, das er auch als persönliche Galerie benützt, ist voll von außergewöhnlich großformatigen, in Las Vegas aufgenommenen Bildern. Auf den ersten Blick überraschen diese Landschaften, Innenaufnahmen und Porträts den Betrachter mit ihrer weichen, gefilterten Farbpalette.
Doch auch bei seinen neuen Werken bleibt er sich selbst treu. Die Fotos schaffen eine Aura, die den Betrachter in das Bild hineinzieht und zugleich eine achtungsvolle Distanz fordert.

Albert Watson's Bildsprache folgt ihren eigenen eindeutigen Regeln und Qualitätsbegriffen. Seine Fotografien mit ihrer Brillanz, Eindringlichkeit, sogar Erhabenheit unterscheiden sich so deutlich von allen anderen zeitgenössischen Bildern. Die Lichtgestaltung seiner Sujets, besonders der Fetisch-Objekte und Porträts, schafft eine fast meditative Atmosphäre in den Fotos.

Ohne Zweifel ist Albert Watson ein Künstler, der unser Wahrnehmungsvermögen mit seiner einmaligen fotografischen Sichtweise ungemein bereichert. Obwohl die große Spannweite seiner Bilder eine anstrengungslose Vielseitigkeit widerspiegelt, sind diese doch eindeutig als Albert Watson-Fotografien identifizierbar, durch ihre schiere Kraft und technische Virtuosität – ob es sich um das Porträt einer Domina in Las Vegas oder eine Nahaufnahme von König Tutench-Amun's Socken handelt. Dieses kompromisslose Streben nach Perfektion machte ihn zu einem der weltweit meistgefragten Fotografen.